So nich, Herr Piëch!

VW LogoGerade habe ich über Unternehmen geschrieben, die sich zwar nicht trauen, ein Leistungsversprechen abzugeben, aber dennoch munter die eigene Marke bewerben und in den Vordergrund stellen. VW gehört hier auch dazu. VW forciert die Marke relativ geschickt und erfolgreich.

Der Bekanntheitsgrad steigt
Bei genauer Betrachtung kurbelt VW jedoch überwiegend den Bekanntheitsgrad an und weniger den Kauf selbst oder die Kaufabsichten der Kunden. Und den Bekanntheitsgrad steigert im positiven Sinn Robbie Williams, wenn er charmant und selbstironisch durch die Werbung flitzt. Im negativen Sinn schafft das Ferdinand Piëch selbst, dem man mit seinen 78 Jahren bereits eine gewisse Altersweisheit zutrauen würde. Stattdessen poltert er durch die Presse und demontiert seinen langjährigen Vorstandschef öffentlich. Jeder Oberligaverein geht mit seinen Trainern oder Spielern fürsorglicher und souveräner um.

Markenaufbau versus Gutsherrenmentalität
„Ist doch egal, oder?“, könnte man fragen, aber das ist es wahrlich nicht. Da steckt das Unternehmen VW Millionen von Euro in den Aufbau seiner Marke, feilt am wahrgenommenen Image in der Öffentlichkeit um Nuancen, achtet auf einen möglichst stimmigen Markenauftritt (behavioural branding) seiner Mitarbeiter und dann poltert der VW-Patriarch selbst wie ein Elefant in den Porzellanladen und zeigt mit seiner Gutsherrenmentalität, wie die Uhren im Hause VW tatsächlich ticken.

Der Harvard Business Manager hat die April-Ausgabe dem Thema „Authentizität in der Führung“ gewidmet. Ein wie oben beschriebenes Verhalten kam darin gar nicht vor, weil es in der heutigen Zeit in einem so großen Unternehmen als viel zu unrealistisch erscheint.

Was bleibt im Gedächtnis?
Guten Marken basieren auf zwei Elementen: Respekt und Sympathie. Beides hat der Altmeister mit Füßen getreten. Und der Marke auf diese Weise einen Bärendienst erwiesen. Ob er den Zusammenhang nicht kennt oder es ihm einerlei ist –  wir wissen es nicht. Aber wir alle können es in unseren Unternehmen besser machen und zwar deutlich besser.

 

Über den Autor:Kalkbrenner Christian
Christian Kalkbrenner, Dipl.-Kfm. (univ.) verhilft Unternehmen mit seinem prämierten Strategieansatz „Bambus-Code“ zu neuen Kunden und mehr Nachfrage. Er ist Strategieberater, Autor mehrerer Fachbücher und Redner.

Sie wollen mehr darüber erfahren, was Christian Kalkbrenner für Ihr Unternehmen tun kann? Hier geht es zum Beratungsangebot.

 

Ähnliche Artikel:
Vom Leistungsverbrechen zum Leistungsversprechen
So beeinflusst die Marke den Kauf
Gute Marken – Schlechte Marken Teil 1: Die Gefühlswelten

 

Leser, die diesen Artikel gelesen haben, besuchten auch:
Die 3%-Andersdenker: Das Desaster der Financial Times Deutschland
Deutschlands Nobel-Uhren-Hersteller verschlafen den Trend
Spieglein, Spieglein an der Wand …

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.