Google im neuen Gewand – War es das wert?

google und googleGoogle hat sein Logo geändert. Das serifenlastige, verschlungene, alte Schriftbild, das noch Ecken und Kanten hatte, musste weichen. Es musste weg für ein glattgeschliffenes, konturloses und neutrales neues. Ohne jede Ecke und Kante.

Einzig das aufrecht blickende „e“ blieb in der Form erhalten. Das ist richtig, denn die Linie nach oben signalisiert Zuversicht und Wachstum. Auch die Farben bleiben gleich. Nur das „G“ spiegelt in der alleingestellten Form jetzt auch das bunte Google-Spektrum wieder. Vermutlich war das der eigentliche Anlass für den Relaunch: Google – ähnlich wie Bogner – auf einen einzigen Buchstaben zu reduzieren, der das ganze Farbspektrum abbildet. Aber das hätte das alte G sicherlich auch hervorragend bewerkstelligen können.

 

Gleichförmig im Mainstream dahinschreiten
Das Tragische an dieser Erneuerung ist die strategische Aussage dieser Veränderung und der dahinterstehende Trend: Was vom Mainstream abweicht, kommt nicht gut an. Das Glattgeschliffene ist angepasst und konsensfähig.

Natürlich haben die Google-Creatives das neue Logo auf Herz und Nieren getestet und siehe da: es ist international verständlich und wird akzeptiert. Von Passau bis Nassau, von Kanada bis Afrika und von Kalifornien bis Indonesien. – Aber muss das sein? Google schert sich doch sonst auch nicht um die Meinung der anderen. Hätte man da als Fels in der „Markenbrandung“ nicht auch einmal Vorbild-Funktion ausüben können? Sich gegen einen Trend stemmen und Ecken und Kanten als etwas Wunderbares erhalten? So wie es Coca-Cola , Dior und einige andere erfolgreiche Marken auch machen?

 

Innere und äußere Werte
Google braucht doch keine Schrift, um sich mehr Neukunden zu erschließen. Die kommen so oder so. Das Unternehmen glaubt, die neue Schrift zu benötigen, um sympathischer wahrgenommen zu werden. Dazu wäre aber eine innere Haltung nützlicher als eine neue Schrift. Und ob diese durchsichtige Anbiederei tatsächlich aufgeht, wird sich zeigen. – Aus meiner Sicht war es das nicht wert. Genauso wenig wie seinerzeit der Wechsel von Raider zu Twix. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

 

Über den Autor:Kalkbrenner Christian
Christian Kalkbrenner, Dipl.-Kfm. (univ.) verhilft Unternehmen mit seinem prämierten Strategieansatz „Bambus-Code“ zu neuen Kunden und mehr Nachfrage. Er ist Strategieberater, Autor mehrerer Fachbücher und Redner.

Sie wollen mehr darüber erfahren, was Christian Kalkbrenner für Ihr Unternehmen tun kann? Hier geht es zum Beratungsangebot.

 

Ähnliche Artikel:
So beeinflusst die Marke den Kauf
Gute Marken – Schlechte Marken Teil 1: Die Gefühlswelten
Apple – Klassenziel verfehlt!

 

Leser, die diesen Artikel gelesen haben, besuchten auch:
Marktführer – Teil 5: So entdecken Sie die passende Nische
Die Fünfkämpfer unter den Unternehmen
Facebook als Vorbild: Setzen Sie einen neuen Standard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.